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Rohkost , eine ideologische Ernährungsform

Rohkost - Beispiele von Nahrungsmitteln

Rohkost kann pflanzlicher oder tierischer Herkunft sein, ist jedoch auf jeden Fall unerhitzt.

Nach neuerer Definition ist Rohkost-Ernährung eine Form der Ernährung, die weitgehend oder auch ausschließlich unerhitzt pflanzliche und tierische Nahrungsmittel enthält. Zoleriert werden dabei Lebensmittel, die je nach Verfahren erhöhter Temperatur ausgestzt sind  wie kaltgepresste Öle, Schleuderhonig sowie Lebensmittel, welche zur Herstellung einer relativ geringen Hitzezufuhr ausgesetzt sind. Hierzu gehören Trockenfleisch, Trockenfrüchte, Trockenfisch oder rohes Fleisch wie Tatar  Außerdem können kaltgerächerte Lebensmittel wie roher Schinken, rohes Fleisch oder roher Fisch Teil des Ernährungsplans sein. Auch essig- und milchsaure rohe Gemüse werden akzeptiert. Über diese Dedinition besteht allerdings nicht unbedingt Einigkeit. Es gibt unterschiedliche Rohkostvarianten, die jeweils einer eigenen Definition folgen.

Der Theorie zufolge sollen durch das Erhitzen Nährstoffe verloren gehen. So sollen beispielsweise Vitamin C, oder ungesättigte Fettsäuren zerstört oder abgewandelt (konjugiert) werden. Gleichzeitig nimmt der Gehalt an Stoffen zu, die der Gesundheit abträglich sein sollen und erst durch das Erhitzen entstehen. Bei Fetten sollen Zersetzungsprodukte wie konjugierte Fettsäuren, polymerisierte Glyceride (Verbindung mehrerer gleicher Moleküle eines Stoffes zu einem Makromelkül) oder Abbauprodukte zu kurzkettigen Fettsäuren entstehen. Besonders in stärkehaltigen besonders stark erhitzten Lebensmitteln (Pommes frites) entsteht Acrylamid.

Außerdem sollen Reaktionsprodukte, die beispielsweise durch denaturierte Proteine entstehen, vermieden werden. Besonders die Verdauungsleukozitose soll vermieden. Darunter versteht man eine vorübergehende Zunahme von weißen Blutkörperchen. Es entsteht eine entzündliche Reaktion, die dei Anwendung von Rohkost ausbleiben soll. Hierbei ist anzumerken, dass ein ähnliches Blutbild auch bei körperlicher Anstrengung entsteht.

Studie bezüglich von Rohkost der Uni Gießen

Der Fachbereich Ernährungswissenschaft der Unversität Geißen führte 1996 bis 1998 eine Studie bezüglich der Rohkost unter der Leitung von Claus Leitzmann durch. Hierbei wurden verschiedene Richtungen der Rohkost sowie das Ernährungsverhalten und der Gesundheitszustand von Rohköstlern untersucht.

Die hauptsächlichen Ergebnisse der Studie:

  • 57% der Teilnehmer hatten Untergewicht, nur 1% Übergewicht- Innerhalb von 4 Jahren (die Teilnehmer mussten sich vor Beginn mindestens 14 Monate durch Rohkost ernährt haben) hatten die Männer duchschnittlich 10 kg, die Frauen 12 kg Gewicht verloren.
  • Etwa 1/3 der Frauen unter 45 Jahren hatten keine Menstruation mehr
  • Die Vitamine A, C, E, B1, B6, Folsäure, Beta-Carotin, Selen und Antioxidantien lagen über den Richtwerten
  • Bie Calcium, Zink, Jod, Vitamin D, Vitamin B12 war ein deutlicher Mangel vorhanden
  • Wenn auch die Aufnahme von Magnesium über die Nahrung ausreichend vorhanden war, so lagen dennoch die Blutwerte unter den Richtwerten
  • Die Zufuhr von Eisen war nicht ausreichend, 43% der Männer und 15% der Frauen litten an Anämie. Dieser Zustand war um so häufiger, je länger sich die Probanden bereits durch Rohkost ernährten

Leitzmann leitete daraus ab, dass eine fundamentale Rohkost gesundheitsschädlich und nicht zu empfehlen ist.

Diverse Aspekte bezüglich der Rohkost

  • Ein Anteil an Rohkost wird von verschiedenen Verbänden empfohlen, ein erhöhter Anteil zur Minderung von Übergewicht, Schwangeren, Kleinkindern und Personen mit einer Immunschwäche wird von Rohkost abgeraten.
  • Rohkost führt zu einer unvollständigen Verdauung. Die Aufnahme von Manchen Vitaminen und Mineralstoffen wird verschlechtert. Die Membranen der Zellen werden duch Erhitzen aufgebrochen, woduch mehr Nährstoffe zur Verfügung stehen.
  • Vitamin C leidet zwar durch Erhitzen, rohes Obst und Gemüse ist daher zu empfehlen, die Vitamine A, und E werden jedoch durch Erhitzen besser aufgenommen.
  • Einige pflanzliche Gifte, die zum Schutz vor Fressfeineden dienen, zum Beispiel in Hülsenfrüchten, werden erst durch Erhitzen weitgehend zerstört.
  • Größerer Verzehr roher Eier, bzw. Eiklar führt zu Biotinmangel
  • Durch verzehr von rohen Produkten kann es zu hygienischen Problemen und zu Infektionen kommen, zum Beispiel Salmonellen und anderen Parasiten.
  • Tendenziell führt eine langfristige Ernährungsweise von Rohkost zu einem Mangel an Vitamin B12, Vitamin D, Vitamin B2 Vitamin D, Eisen, Jod und Zink.  Es treten zudem erhöhte Homocystein-Blutwerte sowie erniedrigte LDL-, HDL- und Triglycerid-Konzentrationen auf.

 

Quelle:

https://de.wikipedia.org/wiki/Rkost