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Low Carb Ernährung, mehr Proteine,weniger Kohlenhydrate

Low-Carb-Ernährung

Low-Carb-Ernährung – eine Ernährungsform, die mehr Proteine und Fette bevorzugt und weniger Kohlenhydrate

Eine Low-Carb-Ernährung weist viele unterschiedliche Formen auf, die sich am Anteil der „erlaubten“ Kohlenhydraten orientieren. Sie reicht von der „ketogenen Diär“. wo der KJohlenhydratanteil fast 0 ust, bis hin zu Formen, wo dieser Anteil nur sehr gering reduziert ist. Gründe für eine solche ERnährungsweise können eine gewünschte Gewichtsreduktion, eine Therpie einer Stoffwechselerkrankung oder eine vorbeugende Gesundheitswirkung sein.

Die Wirkungsweise einer solchen Ernährung besteht in der geringeren Energiebilanz. Die Körperzellen benötigen zum Leben Energie. Die kann aus Kohlenhydraten, Fetten oder Proteinen erzeugt werden. Bevorzugt verwenden die Zellen Glucose (Einfachzucker, Traubenzucker) zur Energieversorgung. Diese kann entweder direkt mit der Nahrung aufgenommen werden oder langkettige Kohlenhydrate werden in der Leber zu Einfachzucker abgebaut. Fettmoleküle haben zwar eine größere Energiedichte als Kohlenhydrate, sind aber aufgrund ihrer Komplexität schwerer vom Körper zu verwerten. Für den Stoffwechsel wird daher mehr Energie benötigt, sodass im Endeffekt den Zellen in der Gesamtbilanz weniger Energie zur Verfügung steht.

Theorien in Bezug auf die Low-Carb-Ernährung

Im Ansatz gehen Low-Carb-Vertreter davon aus, dass der Mensch genetisch nur bedingt an eine Kost mit Kohlenhydraten angepasst ist. Der Ernährungsform liegen hierbei 3 Teiltheorien zugrunde – in Bezug auf:

  • Kohlenhydrat-Stoffwechsel und der Einfluss auf den Blutzuckerspiegel – Einfachzucker (Glucose oder Traubenzucker)aus der Nahrung nimmt der Körper sofort auf, was den Blutzuckerspiegel schnell ansteigen lässt. Als Reaktion wird verstärkt Insulin aus der Bauchspeicheldrüse ausgeschüttet, mit deren Hilfe der Zucker den Körperzellen zur Energiegewinnung zuführt. Nun sind Kohlenhydrate zur Energiegewinnung nicht essentiell. Aus Proteinen und Fetten kann der Körper unter Energieaufwand das zur Verbrennung benötigte ATP selbst herstellen.
    Ein erwachsener Mensch benötigt täglich etwa 160 g Glukose für Nervenzellen und rote Blutkörperchen. Davon benötigt das Gehirn etwa 120g. Dagegen kann die Leber täglich nur etwa 180 bis 200 g Glucose synthetisieren.
  • Aspekte bezüglich des Körpergewichtes – Vertreter dieser Ernährungsweise nehmen an, dass der Körper keine Fettreserven mehr abbaut, wenn der Blutzuckerspiegel durch den Verzehr von Kohlenhydraten schon ausreichend hoch ist. Es wird also versucht, durch eine kohlenhydratarme Ernährungsweise eine Ausschüttung von Insulin möglichst gering zu halten, um eine Fettverbrennung zu stimulieren.Der Mechanismus dahinter ist die fettabbauende Wirkung der Insulins in den Fettzellen, das auch gleichzeitig dafür sorgt, dass das Fett in den Zellen bleibt.
  • Diabetes als Folge – Anhänger dieser Theorie sind der Ansicht, ein häufig zu hoher Blutzuckerspiegel durch eine Ernährungsweise mit kurzkettigen Kohlenhydrate einer typisch westlichen Ernährungsweise führe zu einer Überlastung des Kohlenhydrat-Stoffwechsels. Es wird angenommen, dass die Bauchspeicheldrüse gestresst wird und die Insulinproduktion einstellt und dass eine häufige Insulinausschüttung zur Insulinresistenz führt. Dies könne später zu einer Typ-2-Diabetes führen.

Formen der Low-Carb-Ernährung

Es existieren mehrere unterschiedliche Formen der Low-Carb-Diäten, die mitunter sehr stark voneinander abweichen können. Während die einige lediglich die Kohlenhydratmenge reduzieren, beachten ander den Glykämischen Index beziehungsweise die Glykämische Last. Das heißt, man beachtet die Geschwindigkeit, mit der verschiedene Nahrungsmittel den Blutzucker erhöhen. Wobei die Glykämische Last die tatsächliche Belastung des menschlichen Körpers beachtet.

Hier ein kurzer Überblick über einige Konzepte

  • Anabole Diät – mit dem Ziel, Muskelmasse beizubehalten oder aufzubauen
  • Ätkinsdiät – kaum Kohlenhydrate am Anfang, sehr fett- und eiweißreich
  • Dukandiät – am Anfang keine, später nur Gemüse mit wenig Köhlenhydraten
  • Glyx-Diät – Orientierung am Glykämischen Index, unterschieden wird nach der Wirkung auf den Blutzucker, Basis sind Gemüse, Obst und Vollkornprodukte
  • Hollywood-Diät – eiweißreiche Diät nach dem Umfeld der gleichnamigen Studios benannt
  • LCHF (low carb, high fat) – wenig Kohlenhydrate, viel Fett, Proteine unverändert (in Schweden stark verbreitet)
  • LOGI-Methode – nach dem Glykämischen Index und der Glykämischen Last, sehr eiweißreich, Basis Fleisch, Fisch, Gemüse, Obst und Öle ungesättigter Fettsäuren
  • Ketogene Diät – medizinisch indiziertes Therapieverfahren mit zwischen 30 bis 50 g Kohlenhydrate pro Tag
  • Nontignac-Methode – nach dem Glykämischen Index ohne Begrenzung der Kohlenhydrate (Form der Trennkost), Fettanteil max. 30 %
  • David-Kirsch-Diät – erlaubt sind Kohlenhydrate aus Obst, Gemüsen und Hülsenfrüchte, vermieden werden solche aus Nudeln, Reis, Brot und Zucker, Crash-Diät aus drei Phasen, in der ersten wird komplett auf Kohlenhydrate verzichtet
  • No Carb Diät – vollständiger Verzicht auf Kohlenhydrate
  • South-Beach-Diät – basiert auf dem Glykämischen Index, kalorien- und fettarme Ernährung wird kombiniert
  • Strunz-Diät – kohlenhydratreduziertes Sportprogramm in drei Phasen: Vital-Fatburning, Intervall-Diät, Dauerernährung

Viele Ernährungsexperten kritisieren die Low-Carb-Ernährung als Fehlernährung, allen voran die DGE, die eine kohlenhaydratreiche Ernährungsweise vertritt. Allerdings hat die ihre Leitlinien geändert, in derren ein Unterschreiten der Richtwerte für Kohlenhydrate vertritte.

 

Quelle:

https://de.wikipedia.org/wiki/Low-Carb